Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR): Das müssen Onlinehändler jetzt wissen
Erfahren Sie, was die PPWR für Onlinehändler bedeutet und worauf Sie beim Versand innerhalb der EU jetzt achten sollten.
Jan Cwiklinski
Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR): Das müssen Onlinehändler jetzt wissen
Die Anforderungen an Onlinehändler steigen kontinuierlich. Neben Themen wie Steuern, Umsatzsteuer im EU-Ausland oder der korrekten Rechnungsstellung rückt nun auch die Verpackung stärker in den Fokus. Mit der Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) schafft die Europäische Union ein einheitliches Regelwerk für Verpackungen und Verpackungsabfälle. Ziel ist es, Verpackungsmüll zu reduzieren, die Kreislaufwirtschaft zu stärken und nachhaltige Verpackungslösungen europaweit zu fördern.
Für Shopify-Händler bedeutet das: Wer Waren innerhalb der EU verkauft und versendet, sollte sich frühzeitig mit den neuen Vorgaben beschäftigen. Denn die PPWR betrifft nicht nur Hersteller von Verpackungen, sondern nahezu alle Unternehmen, die verpackte Waren in der Europäischen Union in Verkehr bringen.
Was ist die Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR)?
Die Packaging and Packaging Waste Regulation (PPWR) ist die neue EU-Verordnung über Verpackungen und Verpackungsabfälle. Sie ersetzt die bisherige Verpackungsrichtlinie und sorgt dafür, dass die Regelungen künftig unmittelbar in allen Mitgliedstaaten gelten. Die Verordnung ist am 11. Februar 2025 in Kraft getreten und wird grundsätzlich ab dem 12. August 2026 angewendet. Dadurch sollen nationale Unterschiede reduziert und ein einheitlicher Rechtsrahmen innerhalb der EU geschaffen werden.
Das übergeordnete Ziel der PPWR ist klar: Weniger Verpackungsmüll, besser recycelbare Verpackungen und ein effizienterer Umgang mit Ressourcen.
Warum wurde die PPWR eingeführt?
Jedes Jahr fallen in Europa Millionen Tonnen Verpackungsabfälle an. Gleichzeitig wächst insbesondere der Onlinehandel kontinuierlich und mit ihm die Menge an Versandkartons, Füllmaterialien und Kunststoffverpackungen.
Mit der PPWR verfolgt die Europäische Union mehrere Ziele:
- Verpackungsabfälle reduzieren
- Verpackungen recyclingfähiger gestalten
- Wiederverwendung fördern
- Rezyklate stärker einsetzen
- Verpackungen möglichst materialeffizient gestalten
- Einheitliche Regeln für Unternehmen innerhalb der EU schaffen
Dadurch soll langfristig weniger Abfall entstehen und gleichzeitig der Binnenmarkt vereinfacht werden.
Wer ist von der PPWR betroffen?
Die Verordnung betrifft Unternehmen jeder Größe, sofern sie Verpackungen erstmals auf dem EU-Markt bereitstellen oder verpackte Waren verkaufen.
Dazu gehören unter anderem:
- Onlinehändler
- Shopify-Shops
- Hersteller
- Importeure
- Markeninhaber
- Fulfillment-Unternehmen
- Händler mit eigenem Versand
Auch Unternehmen, die ihre Produkte ausschließlich online verkaufen, fallen unter die neuen Vorgaben.
Welche Verpackungen sind betroffen?
Viele Händler denken zunächst an die Produktverpackung. Tatsächlich ist der Anwendungsbereich deutlich umfangreicher.
Je nach Einsatzbereich können beispielsweise folgende Verpackungen betroffen sein:
- Produktverpackungen
- Versandkartons
- Versandtaschen
- Papierfüllmaterial
- Luftpolsterfolie
- Schutzeinlagen
- Umverpackungen
- Transportverpackungen
Damit betrifft die PPWR praktisch jeden Versandprozess im E-Commerce.
Was bedeutet die PPWR für Onlinehändler?
Für viele Händler wird die PPWR weniger durch eine einzelne Vorschrift spürbar, sondern durch die Summe neuer Anforderungen.
Verpackungen möglichst effizient gestalten
Künftig soll unnötiges Verpackungsmaterial vermieden werden. Versandverpackungen sollten möglichst gut zur Produktgröße passen und überflüssigen Leerraum vermeiden. Das spart Material, reduziert Transportvolumen und trägt gleichzeitig zu geringeren Umweltbelastungen bei. Einige Vorgaben hierzu werden stufenweise eingeführt.
Recyclingfähigkeit gewinnt an Bedeutung
Verpackungen sollen künftig so gestaltet werden, dass sie besser gesammelt, sortiert und recycelt werden können. Unternehmen sollten deshalb bereits heute prüfen, welche Verpackungsmaterialien sie einsetzen und ob diese den zukünftigen Anforderungen entsprechen.
Lieferanten stärker einbeziehen
Viele Informationen zur Verpackung stammen direkt von den Herstellern oder Lieferanten. Es lohnt sich daher, frühzeitig nach Nachweisen zur Recyclingfähigkeit oder zu eingesetzten Materialien zu fragen.
Besonderheiten beim Versand in andere EU-Länder
Gerade für Shopify-Händler ist der grenzüberschreitende Versand ein besonders wichtiger Punkt.
Wer Waren nach Österreich, Frankreich, Italien, Spanien, Belgien oder in andere EU-Mitgliedstaaten verkauft, sollte nicht nur die PPWR selbst beachten. Zusätzlich können in den jeweiligen Zielländern nationale Vorschriften zur erweiterten Herstellerverantwortung (Extended Producer Responsibility – EPR) gelten.
Die PPWR harmonisiert zwar viele Anforderungen an Verpackungen innerhalb der Europäischen Union, die Registrierung und Umsetzung der jeweiligen EPR-Systeme erfolgt jedoch weiterhin über nationale Stellen. Welche Pflichten bestehen, hängt unter anderem davon ab, in welche Länder verkauft wird und welche Verpackungen dort erstmals in Verkehr gebracht werden.
Für Onlinehändler bedeutet das:
- Prüfen Sie, in welche EU-Länder Sie liefern.
- Informieren Sie sich über nationale Verpackungs- und EPR-Pflichten.
- Behalten Sie Registrierungen und Meldungen im Blick.
- Dokumentieren Sie Ihre Versand- und Geschäftsprozesse nachvollziehbar.
Gerade bei einem internationalen Versand sollten Verpackungs-Compliance, Steuerprozesse und kaufmännische Dokumentation Hand in Hand arbeiten.
Worauf Shopify-Händler jetzt achten sollten
Auch wenn viele Detailregelungen schrittweise eingeführt werden, lohnt es sich bereits heute, die eigenen Prozesse zu überprüfen.
Folgende Fragen helfen bei der Vorbereitung:
- Sind Ihre Verpackungen möglichst materialeffizient?
- Können Verpackungen einfacher recycelt werden?
- Arbeiten Sie mit Lieferanten zusammen, die entsprechende Informationen bereitstellen?
- Verkaufen Sie in mehrere EU-Mitgliedstaaten?
- Kennen Sie die Verpackungspflichten Ihrer Zielländer?
- Sind Ihre Rechnungen, Lieferscheine und Geschäftsdokumente sauber dokumentiert?
- Lassen sich wiederkehrende Verwaltungsaufgaben automatisieren?
Wer diese Punkte frühzeitig angeht, reduziert später den organisatorischen Aufwand und schafft eine gute Grundlage für zukünftige Compliance-Anforderungen.
Warum eine saubere Dokumentation immer wichtiger wird
Mit steigenden regulatorischen Anforderungen wächst auch die Bedeutung einer strukturierten Dokumentation.
Onlinehändler sollten jederzeit nachvollziehen können:
- welche Bestellungen verschickt wurden,
- welche Rechnungen erstellt wurden,
- welche Lieferscheine zu einer Bestellung gehören,
- welche Gutschriften ausgestellt wurden,
- welche Unterlagen der Finanzbuchhaltung zur Verfügung stehen.
Gerade bei wachsendem Bestellvolumen wird eine manuelle Verwaltung schnell unübersichtlich.
Wie Easy Invoices Shopify-Händler unterstützt
Die PPWR regelt Verpackungen – nicht die Rechnungsstellung. Trotzdem zeigt die neue Verordnung deutlich, dass Unternehmen ihre internen Prozesse effizient und nachvollziehbar organisieren sollten.
Genau hier unterstützt Easy Invoices.
Mit Easy Invoices lassen sich für Shopify automatisch professionelle Geschäftsdokumente erstellen, darunter:
- Rechnungen
- Lieferscheine
- Gutschriften
- PDF-Dokumente
- mehrsprachige Rechnungen für internationale Kunden
Darüber hinaus steht ein Fibu-Export zur Verfügung, sodass Rechnungsdaten einfach an den Steuerberater oder die Finanzbuchhaltung übergeben werden können.
Während Sie sich auf den Versand Ihrer Bestellungen konzentrieren, übernimmt Easy Invoices die automatisierte Erstellung Ihrer Dokumente direkt aus Shopify. Das spart Zeit, reduziert Fehler und sorgt für einen strukturierten Dokumentenprozess – insbesondere dann, wenn Ihr Shop wächst oder Sie in mehrere EU-Länder verkaufen.
Checkliste: So bereiten Sie sich auf die PPWR vor
Wer heute aktiv wird, kann viele spätere Anpassungen deutlich einfacher umsetzen.
Gehen Sie die folgenden Punkte Schritt für Schritt durch:
1. Verpackungsmaterialien überprüfen.
2. Verpackungsgrößen optimieren.
3. Lieferanten nach Verpackungsinformationen fragen.
4. Recyclingfähigkeit der eingesetzten Verpackungen bewerten.
5. Verkaufsländer innerhalb der EU erfassen.
6. Nationale Verpackungs- und EPR-Pflichten prüfen.
7. Interne Dokumentationsprozesse verbessern.
8. Rechnungen und Lieferscheine automatisiert erstellen.
9. Fibu-Daten strukturiert an Steuerberater oder Finanzbuchhaltung übergeben.
10. Gesetzliche Entwicklungen regelmäßig beobachten.
Fazit
Die Packaging and Packaging Waste Regulation ist weit mehr als eine neue Verpackungsvorschrift. Sie zeigt, dass Nachhaltigkeit und Compliance künftig fester Bestandteil des Onlinehandels sein werden.
Für Shopify-Händler bedeutet das vor allem, Verpackungen bewusster auszuwählen, internationale Versandprozesse genauer zu prüfen und interne Abläufe effizient zu organisieren.
Wer Verpackungsprozesse und kaufmännische Dokumentation frühzeitig strukturiert aufsetzt, schafft die Grundlage für nachhaltiges Wachstum. Mit Easy Invoices automatisieren Sie Ihre Rechnungen, Lieferscheine und weitere Geschäftsdokumente direkt in Shopify und reduzieren den Verwaltungsaufwand – damit Sie mehr Zeit für das Wesentliche haben: den erfolgreichen Verkauf Ihrer Produkte.
Häufig gestellte Fragen zur PPWR
Wann gilt die PPWR?
Die Verordnung ist am 11. Februar 2025 in Kraft getreten und gilt grundsätzlich ab dem 12. August 2026 in allen EU-Mitgliedstaaten.
Gilt die PPWR auch für Shopify-Shops?
Ja. Die Verordnung gilt unabhängig vom verwendeten Shopsystem. Auch Händler, die Shopify nutzen und Waren innerhalb der EU verkaufen, sollten die neuen Anforderungen berücksichtigen.
Betrifft die PPWR auch den Versandkarton?
Ja. Versandverpackungen gehören ebenfalls zum Anwendungsbereich der Verordnung und sollten bei der Planung berücksichtigt werden.
Muss ich beim Verkauf in andere EU-Länder zusätzliche Vorschriften beachten?
Ja. Neben der PPWR können je nach Zielland nationale Regelungen zur erweiterten Herstellerverantwortung (EPR) gelten. Diese unterscheiden sich weiterhin zwischen den Mitgliedstaaten.
Unterstützt Easy Invoices bei der Verpackungs-Compliance?
Easy Invoices ist keine Verpackungs- oder EPR-Software. Die App unterstützt Shopify-Händler jedoch dabei, Rechnungen, Lieferscheine, Gutschriften und weitere Geschäftsdokumente automatisiert zu erstellen sowie Rechnungsdaten per Fibu-Export für Steuerberater oder Finanzbuchhaltung bereitzustellen. Dadurch lassen sich Dokumentationsprozesse effizienter gestalten.
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